Es gibt die Tage, da scheint das Licht unerreichbar – der Kronleuchter hängt viel zu hoch. Man kann versuchen ihn springend mit den Fingerspitzen wenigstens ganz kurz mal zu streifen, wie in Kindertagen, wenn es darum ging, Preise an Geburtstagsfesten abzustauben. Oder man steht einfach darunter und guckt ihn solange an, bis die Augen brennen und man nur noch eine schwarze Kugel vor den Pupillen hat – es dauert, bis man die Welt wieder klar sieht und, wenn man ein bisschen Glück hat, war der Moment lang genug, um den Leuchter jetzt doch berühren zu können – meist aber nicht.

Und an manchen Tagen reicht es, sich einfach unter die Bank dieses warmen Lichts zu setzen und da zu sein – man kann auch schweigend reden, sehr viel sogar. Und die Aussicht verspricht eine Stadtführung der anderen Art; alle Gebäude sind bekannt, sind verknüpft, bilden eine Erinnerungskiste in der freien Wildbahn – ich könnte einen roten Faden über die ganze Stadt ziehen. Da sitzen und zur Ruhe kommen, das ist doch das, nach dem wir irgendwie alle suchen. Und hat man das erstmal begriffen, fehlt nichts, ausser vielleicht einem Glas Wein.
Tolles Bild! Toller Text!